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Beiträge zur geistigen Situation der Gegenwart Jg. 3 (2002), Heft 1
Von Anfang Dezember 2001 bis Ende Januar 2002 findet eine Ausstellung von Ölbildern des Marburger Künstlers Ulrich Harder im Sorat - Hotel statt.
Von April bis Juli 2000 war Harder Träger des neunten Künstlerstipendiums Willingshausen, im Dezember bis Januar 2000 stellte er seine Werke in der Sparkasse in Ziegenhain aus, jetzt zeigt er 19 Ölgemälde in Marburg.

Dargestellt werden Landschaften, vorwiegend aus der Marburger Umgebung, gemalt in einem fast photographisch genauen, realistischen, durchaus eigenen Stil, wie man ihn heute kaum findet. Die abgebildeten Landschaften wirken romantisch, etwas verschlafen, sie strahlen eine gewisse Einsamkeit und Verlassenheit aus, sind menschenleer, von einem Hauch von Melancholie umgeben. Der Blick des Malers ist wie in die Ferne gelenkt. Man gewinnt den Eindruck eines einsamen Beschauers. Die Bilder strahlen etwas Traumhaftes, Märchenhaftes aus, sie wirken wie der Vergangenheit entlehnt, folgen nicht der heutigen Auffassung von Kunst. Sie wirken wie Idyllen, in denen die erschreckenden Seiten des Lebens nicht vorkommen, insofern wirkt die Auffassung der Welt geschönt, ein bewußtes Suchen und Festhalten an den schönen Seiten mag unterstellt werden. Menschen, die etwas Zerstörendes, Schlimmes in die wie unberührt wirkenden Landschaften bringen könnten, sind nicht dargestellt, so als wolle der Maler diesen Aspekt des Seins übergehen. Sein Blick ist ausschließlich gelenkt auf das Heile in der Natur.

Die Struktur der Landschaft, ebenso wie die Farbabgrenzung, ist klar, fast scharf. Es gibt Bilder, die vorwiegend in Grün-Blau getönt sind, andere in Braun, Beige, Organe, Violett. Harder verzichtet auf abstrahierende Elemente, wählt jedoch vereinfachende Formen und Flächen. In manchen Bildern findet sich ein fernes Dunkles, das jedoch weniger bedrohlich als geheimnisvoll wirkt. Manches mag erinnern an die Landschaftsbilder von Otto Ubbelohde, deren Depressivität, Finsternis und Bedrohlichkeit jedoch in den Bildern von Ulrich Harder nicht zu sehen sind. Seine Bilder haben eher etwas Naives, Sanftes, Romantisierendes.

Das einzige abstrakte Bild, ebenfalls eine Landschaft, wirkt in dieser Bildsammlung eher befremdend und wenig überzeugend
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Ulrich Harder wurde 1963 in Frankfurt am Main geboren, von 1979 bis 1980 erhielt er private Zeichenstunden bei Professor Schäfer in Marburg, 1983 gewann er den ersten Preis der Kunstausstellung des Landschulheimes Steinmühle, 1994 bis 1996 war er Hilfskraft im Institut für Graphik und Malerei an der Universität Marburg mit Schwerpunkt Siebdruck und Lithographie. 1997 beendete er sein Studium der Kunstgeschichte, Graphik und Malerei mit dem Magister-Examen, seit 1999 ist er freischaffender Künstler.
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