Beiträge zur geistigen Situation der Gegenwart  Jg. 8 (2007), Heft 2


 

Underdogmen

von Alexander Eilers

 

1.     Ex negativo – das Häuten einer Zwiebel.

2.    Mitteilung multipliziert.

3.    Kein Umsturz ohne kritische Masse.

4.    Früher hat man Literatur verbrannt. Heute wird sie vertrieben.

5.      Gnade. Vorrecht?

6.    Die Jugend altert schneller.

7.    Entropie: Erschöpfung aus dem Nichts.

8.    Die Zukunft ist mit zu vielen Erinnerungen verbunden.

9.    Verraten und getauft.

10.   Mit zwei Frauen muß man sich vierteilen.

11.   Soweit der Fusel trägt!

12.   Häßlichkeit sticht ins Auge.

13.   Durch gute Lehrer wird man Autodidakt.

14.   Einstellungen sind justierbar.

15.   Höhenunterschiede: Der Übermensch ist unter uns.

16.   Ich bin Sozialist. Ich schreibe rote Zahlen.

17.   Was wirklich deprimiert? Erfolglosigkeit nach dem Tod.

18.   Bürokratie erzeugt Papiergram.

19.   Gängige Meinungen? Nein, läufige!

20.   Berlin an der Speer.

21.   Insolvenz: Zähneklappern gehört zum Handwerk.

22.   Frackhelfer im Wirtschaftskrieg.

23.   Erst der Plagiator erschafft das Original.

24.   Man darf den Sand nicht in den Kopf stecken.

25.   Urängste, panisch.

26.   Semikolon – ein Punkt, halbverdaut.

27.   Bemerkungen verlangen Gespür.

28.   Die Wege des Herrn sind ungründlich.

29.   Ausdrucksstärke. Eine Frage der Tonerqualität?

30.   Modern: In Zersetzung begriffen.

31.   Auch üble Vorrede sollte bestraft werden.

32.   „Über Geschmack läßt sich streiten“ – sofern man ihn hat.

33.   Erfahrungssatt. Füllegefühl.

34.   Das Lob der Masse ist ein Verriß.

35.   Meine Gegner haben mich herausgefördert.

36.   Ironie – kursiv sprechen.

37.   Jeder Autor hat einen Ghostwriter; sein literarisches Ich.

38.   Pegasus. Ein Ackergaul?        

39.   Unbelehrbar. In allen Lebenslügen.

40.   Trinken ist zum Schreiben nicht nötig. Es genügt der Restalkohol.

 

41.   Doppelt ist zweimal zuviel.

42.   Hartz IV: Arbeitsgelegenheit macht Diebe.

43.   Gehobelte Mittelschicht.

44.   Moderne Nächstenliebe ist karikativ.

45.   Aufs Kreuz gelegt. Für dreißig Silberlinge.

46.   „Es gibt keine dumme Fragen“– nur dumme Fragende.

47.   Gesellschaftstanz: Apocalypso.

48.   Spätherbst. Es regnet schwarze Galle.

49.   Der Aphorismus ist die bessere Hälfte der Wahrheit.

50.   Beim Humor hört der Spaß auf.

51.   Heiße Luft. Klimakonferenz begünstigt Treibhauseffekt.

52.   Söldner: Zinssoldat.

53.   Nüchterne darf man nicht für voll nehmen.

54.   „Eine feste Burg ist unser Gott.“ Auch im Atomkrieg?

55.   Einigungswille: Kompromißmut.

56.   Die einfachen Verhältnisse sind die schwierigsten.

57.   Er hatte nichts zu sagen. Wahrscheinlich, weil er viel zu sagen hatte.

58.   Nichts gerafft –außer Geld.

59.   Reproduktionsmedizin: Anlageberatung.

60.   Wie wohl die Maske eine Politikers aussieht?

61.   Um die Konkurrenz hinter sich zu lassen, muß man ihr bloß den Rücken zukehren.

62.   Philosophische Erkenntnisduselei.

63.   Dozent: Seminarr.

64.   Sogar sein Schweigen war Geschwätz.

65.   Man kann sich den freien Willen nicht aussuchen.

66.   Eine Leiche ist nur noch Gewicht.

67.   Die Schleppe des einen, der rote Teppich des anderen.

68.   Melancholikör.

69.   Der Barthes ist ab. Es lebe der Autor ...

70.   Monsanto: Farmer-Konzern.

71.   Dissidenten, laßt euch nicht hängen!

72.   Lebensfreude? Ein Leben würde schon genügen.

73.   Zweisamkeit. Doppelte Einsamkeit.

74.   Macht hat nur, wer sie nicht anzuwenden braucht.

75.   Für die Toten sind wir die Gespenster.

76.   Die Proletarier haben ihr Klassenziel verfehlt.

77.   Gongorismus: Tropenkrankheit.

78.   Nachts, vor der Kneipe. Schon beim Einsteigen taxiert.

79.   Freiheit –eine Zwangsvorstellung.

80.   Im Anfang war der Mord. Freuds Bibelexegese.

81.   Vernichten, verwerfen, … verstehen?

82.   Satiriker-Kodex: Den Leser Humores lehren.

83.   Rettet die Wahrheit! Damit die Lüge nicht an Wert verliert.         

 

84.   Intelligenz ist überlegene Dummheit.

85.   Zündelnde Ideen.

86.   Gesundheit: Ursprung aller Krankheiten.

87.   Die meisten Politiker kennt man bloß vom Sagenhören.

88.   Realität: Bodensatz der Tatsachen.

89.   Die Deutschen sind ein Volk ohne Traum.

90.   Wer immer sterbend sich bemüht, den können wir erlösen.

91.   „Alles ist eitel.“ Und Eitelkeit alles!

92.   Diplomatie. Normative Kraft des Taktischen.

93.   Kunst heißt, Nägel mit Knöpfen machen.

94.   Das Volk sagt, was es denkt. Daher sein Schweigen.

 

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