Beiträge zur geistigen Situation der Gegenwart  Jg. 8 (2007), Heft 2


 

Elisabeth von Thüringen  (1207  - 1231)
Ein geprügelter Engel

von Friedrich Prinz

"Elisabeth, Tochter des Königs von Ungarn, war ihrer Herkunft nach adelig, aber noch adeliger durch ihren Glauben und ihre Frömmigkeit." Mit diesem bekannten Gemeinplatz (Topos) der mittelalterlichen Legendenbildung beginnt das Lebensbild jener heiligen Königstochter, die der Dominikaner und spätere Erzbischof von Genau Jacobus de Voragine (1226 – 1289) als leuchtendes Vorbild weiblicher Heiligkeit in seine berühmte Sammlung der "Legenda aurea"  aufgenommen hat. Adelig von Geburt, aber noch adeliger durch Frömmigkeit, für Elisabeth war es die Realität, sie ist wohl die rührendste Gestalt am Heiligenhimmel der mittelalterlichen Kirche und aus diesem Grund auch eine wahre Volksheilige geworden. Ihr Vater war König Andreas II. von Ungarn, aus der Familie der Arpaden. Ihre Mutter Gertrud stammte aus dem damals mächtigen bayerischen Adelshaus der Andechs-Meranier. Schon als Kind wurde sie aufgrund einer rein politisch motivierten Konstellation, die sich damals gegen den Stauferkaiser Friedrich II. (1194 – 1250) richtete, mit Ludwig, dem ältesten Sohn des Landgrafen Hermann I., verlobt, den sie 1221 heiratete. Drei Kinder entstammten dieser Ehe: Landgraf Hermann II. (1222 – 1241), Sophie (1224 – 1284), die 1240 den Herzog Heinrich II. von Brabant ehelichte, und Gertrud (1227 – 1297), die als Leiterin im Nonnenkloster Altenberg wirkte. Elisabeths Gatte, Landgraf Ludwig IV. , starb im September 1227 auf dem Fünften Kreuzzug; darauf mußte die Witwe im Winter 1227/28 die Wartburg verlassen, ihr Schwager Heinrich Raspe (ca. 1204 – 1247) verdrängte sie widerrechtlich und eignete sich ihren reichen Witwenbesitz an. Nach einem Ausgleich zwischen Elisabeth und Heinrich, den ihr Beichtvater Konrad von Marburg (1180/1200 – 1233) zu vermitteln wußte, zog sich die junge Witwe mit einigen Freundinnen nach Marburg zurück, gründete ein Hospital für Arme und Sieche und starb dort am 16./17. November 1231. Da die Gründung und Art des Hospitals ganz auf ihre einmalige Persönlichkeit zugeschnitten war und in dieser Form daher nicht weitergeführt werden konnte,  bleibt hier das vieldiskutierte Problem ausgeklammert, ob und in welcher Weise Elisabeth zu einer Patronin des Deutschen Ordens geworden ist, dessen Anfänge mit dem landgräflichen Fürstenhaus und Marburg verbunden sind. Hier geht es nur um die Heilige selbst und um das Profil ihrer Lichtgestalt.

 

Die Fürstin und das landgräfliche Haus

So etwa könnte man mit standesamtlicher Kargheit ihren Lebenslauf skizzieren, würde aber damit gröblich das Wesentliche ihres beispielhaften Daseins verfehlen, das für sie in herrscherlicher Pracht begann und im grauen Gewand einer barmherzigen, demütigen, aber auch furchtsamen Büßerin, als Engel der Notleidenden endete. Schon früh zeigte sich in einem Ambiente des Glücks auf der Landesfeste, der gewaltigen Wartburg, ihre demütige Frömmigkeit. Ihr Gatte, Landgraf Ludwig IV, bei aller politischen Energie ebenfalls kirchlich gesinnt, ließ ihrer Liebe zu frommen Werken verständnisvoll freien Lauf, ja, er bestärkte sie darin noch, während Hof und Verwandtschaft ihr wegen ihrer splendiden Mildtätigkeit eher feindlich gesinnt waren. Bis zu Ludwigs Tod auf der Kreuzfahrt führte Elisabeth als Landesherrin ein durchaus fürstliches Leben, sorgte sich um ihre Kinder, scheint aber schon damals ein Ungenügen an dieser Existenzform empfunden zu haben. Das zeigte sich einerseits an ihrem karitativen Eifer, andererseits an einer wachsenden Sehnsucht nach einem Leben in Armut und Entsagung. Sie war hei ihr besonders stark und überzeugend ausgeprägt, entsprach aber durchaus der mächtigen religiösen Bewegung der Zeit, aus der die Bettelorden wie die als häretisch bekämpften Glaubensgemeinschaften der Katharer und Waldenser hervorgingen und an denen Frauen einen bedeutenden Anteil hatten. Viele adelige Frauen des 12. und 13. Jahrhunderts schlossen sich in der einen oder anderen Form der Armutsbewegung an. Zweifellos wurde Elisabeth auch von einer neuen Frömmigkeitskultur der Laienwelt erfaßt, die sich in Nordfrankreich, den Niederlanden und den Rheinlanden mit den Beginen als Repräsentanten aktiver weiblicher Laienreligiosität verbreitete. Aber auch die franziskanische Religiosität beeindruckte sie tief. Schon 1224 gab es in Thüringen Franziskanermönche, denen sie eine Kapelle in Eisenach bereitstellte und selbstgesponnene Wolle schenkte. Den Laienbruder Rodeger scheint Elisabeth zeitweise als geistlichen Berater herangezogen zu haben, doch fehlte ihm wohl das theologische Rüstzeug für eine dauerhafte geistliche Leitung. Eine gewisse Zwiespältigkeit ihres Wesens ist für die Zeit um 1226/27anzunehmen, denn damals war sie noch für die Annehmlichkeiten des höfischen Lebens aufgeschlossen, sie hatte wie üblich adelige Damen als Freundinnen und war nicht unempfindlich für Pracht und Luxus (Libellus, S. 20, 23, 47).

 

Elisabeth und Konrad von Marburg

Doch dies alles versank für sie mit jener grundstürzenden Bekehrung zum asketischen Leben in Armut, die durch die schicksalhafte Begegnung mit dem Prediger und Magister Konrad von Marburg (1180/ 1200-1233) eintrat. Er hatte Universitätsbildung, war aber vermutlich kein Ordensmann, sondern Weltgeistlicher und vertrat in Leben und Lehre das asketische Armutsideal der Zeit. Caesarius von Heisterbach (ca. 1180- ca. 1240) - Verfasser von Predigten, Wundergeschichten und zweier Lebensbeschreibungen Elisabeths sowie Zisterzienserprior und ein zuverlässiger Chronist dieser Zeit - berichtet von Konrad, er sei begleitet von einer Volksmenge auf einem armseligen Maultier durch die Lande gezogen, habe nichts auf dieser Welt besessen oder zu erwerben gesucht, weder Pfründen noch Kirchen noch irgendwelche anderen Würden, und habe seinen Körper mit ständigem Fasten und vielen Kasteiungen gequält, "damit er nicht, den anderen predigend, selbst als verworfen befunden werde" (Vita Elisab., S. 251). Ein vorbildlicher Asket, sollte man meinen, und dies war auch die Ansicht der landgräflichen Familie, die den damals schon berühmten Kreuzzugsprediger als geistlichen Berater an den Hof zog. Auf die junge Elisabeth machte er einen tiefen, ein Leben lang währenden Eindruck. Rückblickend erzählte sie ihren Dienerinnen, warum sie damals Konrad als ihren Beichtvater und Seelenführer erwählte: "Leicht hätte ich einem der reich begüterten Bischöfe oder Äbte Gehorsam leisten können, doch ich dachte, besser daran zu tun, dieses Gelübde [der Armut und des Gehorsams] dem Magister Konrad abzulegen, der nichts besitzt und selber bettelarm ist. So konnte ich mich in diesem Leben auf keinerlei äußeren Beistand stützen" (Libellus, S. 69). Ein radikaler Entschluß, der sich aus den radikalen asketischen Ansprüchen ergab, die Konrad in steigendem Maße an sie stellte und womit er ihr bewußt die von ihr angedeutete Möglichkeit verstellte, ein gottgefälliges Leben der leichteren Art zu wählen, wie es viele adelige Damen in wohldotierten Stiften zu führen pflegten. Im Frühjahr 1226 hatte Elisabeth in der Tat auf ihren Wunsch ihrem Beichtvater Konrad ein zweifaches Gelübde vor dem Altar der Eisenacher Katharinenkirche abgelegt. Es band sie in strenger Form an dessen Weisungen: Ein folgenschwerer Schritt, dessen Bedeutung auch den offenbar anwesenden Hofdamen und Freundinnen klar war. Elisabeth gelobte Konrad im Beisein ihres Gatten, soweit es dessen eheliche Rechte zuließen, strikten Gehorsam, Armut und - falls sie ihren Gatten überlebte - ewige Keuschheit. Dies war das zeitgemäße Vorbild der "evangelischen Räte", einer charismatischen Vorstellung von der perfekten Nachfolge Christi, die ebenso in den Texten Joachims von Fiore wirksam ist wie im Prolog der Franziskusregel. Die Ideen der "evangelischen Räte" spielten aber auch in der Spiritualität der Waldenser eine zentrale Rolle, insofern die Befolgung des Armutsgebots zur Vollkommenheit der "vita apostolica" und damit zur Auflösung aller kirchlichen Organisationsformen führten. Daher war es auch kein Zufall, daß dieser Weg der Selbstheiligung des Menschen als Kern der Botschaft der "evangelischen Räte" auch an der Universität Paris erbittert zwischen dem bedrohten Weltklerus und den Bettelorden diskutiert wurde.

Was für die behütete, liebenswerte und barmherzige Königstochter Elisabeth das Konrad geleistete Gelübde der Armut und des Gehorsams konkret bedeutete, sollte sich bald erweisen. Nun genügte es nicht mehr, wenn sie sich bei feierlichen Prozessionen hinten unter die ganz armen Frauen mischte oder sich rührend-demonstrativ im Palast ihren Dienerinnen in einem Bettlerkleid zeigte (Libellus, S. 25 u. 31).

Auch ihre umfassende Wohltätigkeit, die ihr bei den landgräflichen Schwägern den Ruf einer Verschwenderin einbrachte, war offensichtlich für Konrad nicht ausreichend; es mußten Exempel statuiert werden. Als Elisabeth wegen eines Besuchs der meißnischen Landgräfin aus "Protokollgründen" nicht dem Befehl Konrads folgen konnte, seine Predigt zu hören, kränkte ihn dies so schwer, daß er ihr mitteilen ließ, er könne sich wegen dieses "Ungehorsams" ihrer nicht mehr als Geistlicher annehmen. Die verschreckte Landgräfin hatte die größte Mühe, ihn durch flehentliche Bitten und seltsamer Weise auch durch harte Bußübungen ihrer Dienerinnen wieder umzustimmen (Libellus, S. 27). Man hat darin naiv einen Beweis für den "tiefen Ernst" sehen wollen, mit dem Konrad seine Pflicht als Seelsorger nachkam, aber es war eher eine psychologische Machtprobe Konrads, wie sehr er Elisabeth bereits in seiner Hand hatte. Immerhin wagte er es damals noch nicht, die Fürstin selbst auspeitschen zu lassen, doch ließ dies nicht mehr lange auf sich warten. Weitere Eingriffe in ihren Lebensstil folgten, als Konrad, die Armutsfrage in verquerer Weise benutzend, von ihr forderte, sie dürfe nur solche Güter der Hofhaltung nutzen, bei denen sie ein gutes Gewissen haben könne und sicher sei, daß sie nicht aus unrechtem Erwerb oder aus Ausbeutung der Armen stammen (Libellus, S. 18 u. 21). Forderungen solcher Art führten unsinnigerweise nur dazu, daß Elisabeth sich bei Tisch bei jeder Speise erkundigte, ob sie aus rechtmäßigem Gut kommen. Dies ging selbst dem toleranten Landgrafen entschieden zu weit, wurden hier doch soziale Sprengsätze der religiösen Armutsbewegung erkennbar, die, konsequent weitergeführt, auf einen radikalen Wandel der Gesellschaft hinausliefen.

 

Abschied von der Wartburg

Für Elisabeth hatte die Verschärfung der Gehorsamspflicht gegenüber Konrad zur Folge, daß sie sich immer härteren Bußübungen und Kasteiungen unterzog. Es war erstaunlich, daß sie es dennoch verstand, in Abwesenheit ihres Gatten, der auf Kreuzfahrt ging, ihren Verpflichtungen als Landesfürstin nachzukommen. Bei einer Hungersnot öffnete sie 1226 die herrschaftlichen Kornspeicher, schenkte den Armen Arbeitsgerät  zum selbständigen Erwerb des Lebensunterhalts, verkaufte Schmuck, Kleidung und Hausrat für die Hungernden, half Schuldnern aus der Bedrängnis und eröffnete unterhalb ein Hospital, wo sie selbst arme aufopfernd pflegte. Die Wartburg, unter ihrem Schwiegervater einst ein berühmtes Zentrum mittelhochdeutscher Literatur und Sangeskunst – ein Nachhall dieser Epoche ist die Sage vom Sängerkrieg auf der Wartburg – wurde nun ein Mittelpunkt christlicher Barmherzigkeit und demütiger Nächstenliebe.

 

Konrad und der Kampf um Elisabeths Erbe

Nicht allen bei Hofe wollte dieser Wandel gefallen, und als Landgraf Ludwig auf dem Kreuzzug den Tod fand und sein jüngerer Bruder Heinrich Raspe die Herrschaft antrat, sollte sich alles wieder ändern. Ehrgeizig wie Heinrich war - er spielte später als glückloser Gegenkönig Kaiser Friedrichs II. 1246/47 eine kurze Rolle -, straffte er sofort die Landesherrschaft, entzog Elisabeth widerrechtlich ihr reiches Witwengut und wollte ihr nur noch Unterhalt an der landgräflichen Tafel zugestehen. Wegen Konrads strengen Speisevorschriften konnte und wollte sie nicht darauf eingehen, verließ mit ihren drei Kindern den Hof und verbrachte den Winter 1227/28 mit wenigen treuen Dienern und Dienerinnen unter sehr ärmlichen Umständen in Eisenach, wo ihr Franziskanermönche Beistand leisteten.

Elisabeth selbst scheint ihr Schicksal als Prüfung Gottes demütig angenommen zu haben. Andere reagierten anders, so vor allem ihre Eltern, die am landgräflichen Hofe intervenierten und sie nach Hause holen wollten. Das war aber schon deshalb nicht möglich, weil Elisabeth selbst sich weigerte zurückzukehren. Erfolgreicher war hingegen ihr Beichtvater Konrad, der seine ganze geistliche Autorität einsetzte, um ihr das Witwengut zu sichern, das er bislang schon sachkundig verwaltet hatte. Es kam ihm dabei zustatten, daß er aufgrund seiner guten Beziehungen zur Kurie einen päpstlichen Schutzbrief für Elisabeth erwirken konnte, der um so wirksamer sein mußte, als das Papsttum damals auf dem Höhepunkt seiner europäischen Macht stand. Nach diesem Brief wurde jeder mit Exkommunikation und Interdikt bedroht, der gegen die Rechte der verwitweten Landgräfin verstieß: Interdikt, das bedeutete den Entzug aller kirchlichen Sakramente, für ein gläubiges Zeitalter wohl die schwerste Strafe, vor allem was das psychische Gewicht des Sterbesakraments bedeutete, dessen Spende oder Verweigerung Wohl oder Wehe im Jenseits bewirken konnte. Daß es von der Kurie leider oft als rein politisches Kampfmittel eingesetzt wurde und daher im Laufe der Zeit seine bedrohliche Wirkung verlor, steht auf einem andere Blatt. Im vorliegenden Fall erreichte aber Konrad, daß Elisabeths Schwager Heinrich doch zurückzuckte und Ver­handlungsbereitschaft signalisierte.

Konrad, dem der päpstliche Schutzbrief zugleich die Rechte und Liegenschaften der Fürstin übertragen hatte, befand sich damit in einer günstigen Position gegenüber dem neuen Landgrafen, und damit ergab sich ein Phänomen, das durch die Jahrhunderte hindurch bis zum neuzeitlichen Puritanismus in mannigfachen Erscheinungsformen zu beobachten ist: Der seltsame, schwer erklärbare Zusammenhang zwischen echtem Asketismus - den man Konrad nicht abstreiten kann - und Sinn für Besitz und Geld. Im vorliegenden Fall war dieser Zusammenhang schon insofern legitim, als Konrad das Eigentum der Fürstin für die Armen und Kranken nutzen wollte. Um so erstaunlicher ist es daher, daß sich Elisabeth anfangs diesem Vorgehen entschieden verweigerte. Es kam zu ernsthaften Spannungen zwischen Beichtvater und Beichtkind, die Konrad in seiner Schrift über die Heilige nur wortkarg streift. Die Fürstin wollte nämlich ihr entsagungsvolles, schweres Leben bewußt fortsetzen, denn sie fühlte sich nun in der Realität eines bedrängten Daseins ihrem eigenen Ideal der radikalen Armut sehr nah und dachte daher ernstlich daran, aus allen Verpflichtungen "auszusteigen". Das wäre auch auf eine traditionelle Weise möglich gewesen, etwa nach dem Vorbild ihrer Schwiegermutter Sophie, die ihr religiös beschirmtes Witwendasein im Kloster fristete. Gerade das wollte Elisabeth aber aus tiefster Frömmigkeit nicht, sondern sie bat Konrad, dem franziskanischen Vorbild folgend, als Bettlerin von Haus zu Haus gehen zu dürfen (Summa Vitae, S. 157). Man wird sich fragen müssen, ob dieser radikale Wunsch nicht auch dem unbewußten Streben entsprang, der übermächtigen, ja geradezu terroristischen Persönlichkeit ihres Beichtvaters zu entgehen, denn daß sie ihn wirklich fürchtete, hat sie in einem rührenden, für die Art ihrer demütigen Gottesliebe aufschlußreichen Eingeständnis selbst bezeugt: "Wenn ich schon einen sterblichen Menschen so sehr fürchte, wie muß dann erst der allmächtige Gott zu fürchten sein, der Herr und Richter aller ist?" (Libellus, S. 69). Mit diesem konsequenten Entschluß zu bitterer Armut hatte Konrad sicher nicht gerechnet. Er wies ihr Ansinnen entschieden zurück, worauf sie ihm in einer letzten Aufwallung von Selbständigkeit entgegenhielt: "So werde ich das tun, woran ihr mich nicht hindern könnt!" Was sie damit meinte, bleibt unklar, doch ist anzunehmen, daß sie, Konrad zum Trotz, ein radikales Armutsgelöbnis ablegen wollte, was diesem einen Großteil seines Einflusses auf sie gekostet hätte. Konrad forderte ihr nun im Gegenzug am Karfreitag 1238 im Beisein der Franziskaner seinerseits ein weitergehendes Gelübde ab, worin er sie verpflichtete, allen Anverwandten und ihren eigenen Kindern zu entsagen, ebenso ihrem eigenen Willen, jedem Glanz der Welt "und allem, was der Heiland im Evangelium zu verlassen geraten hat". Sie wollte aber, diesen günstigen Augenblick nutzend, spontan noch darüber hinausgehen mit dem ausdrücklichen Willen, auch auf alle Besitztümer zugunsten radikaler Armut zu verzichten. Hier jedoch fiel ihr Konrad rasch ins Wort, und zwar, wie er sich selbst rechtfertigend schrieb, wegen der Schulden ihres Mannes, die wohl durch die Kreuzfahrt entstanden waren, und besonders "wegen der Armen, denen sie, so wollte ich es, mit den Ressourcen ihres Wittums Gutes tun sollte". Das war sicher ein kluge Art, sie von dem radikalen Armutsgelübde abzubringen, das einen völligen Verzicht auf ihr Vermögen zur Folge gehabt hätte.

Nunmehr konnte Konrad mit dem päpstlichen Schutzbrief in der Hand vom landgräflichen Hof ihren Besitz einfordern und hatte aufgrund dieses Dokuments obendrein den Vorteil, über denselben nach Gutdünken verfügen zu können. Aber noch war nichts unter Dach und Fach gebracht, denn nun schaltete sich ihre Tante mütterlicherseits, die Äbtissin Mechthild von Kitzingen, sehr energisch ein, brachte Elisabeth Anfang April zu ihrem Onkel, dem Bischof Ekbert (gest. 1237), nach Bamberg. Dieser Kirchenfürst aus dem Hause der Andechs-Meranier, ein staufischer Reichpolitiker und glänzender Repräsentant weltoffenen Kirchentums sowie Neuerbauer des Bamberger Doms, wollte im Falle seiner Nichte kurzen Prozeß machen. Er setzte sie in der Burg Pottenstein fest und beabsichtigte, sie wieder zu verheiraten. Aber hier kam ihr das Schicksal zu Hilfe, als die Rückkehr der Gebeine ihres Gatten die Möglichkeit bot, der Haft des Oheims zu entkommen, um an den Bestattungsfeierlichkeiten im landgräflichen Familienkloster Reinhardsbrunn teilzunehmen. Danach fanden familiäre Verhandlungen über Elisabeths Witwengut statt, das Konrad zwar nicht zurückbekam, dessen Wert jedoch durch eine relativ hohe Zahlung von 2000 Mark abgegolten wurde. Überdies erhielt die Witwe Grundbesitz bei Marburg, auf dem sie mit Hilfe ihres Beichtvaters ein Hospital für Kranke und Arme erbauen konnte.

 

Das Marburger Hospital

Elisabeths neuer Wohnsitz in ihrem Hospital in Konrads Heimatstadt Marburg verstärkte noch - falls eine Steigerung überhaupt möglich war - seine Gewalt über sie. Das bezog sich auch auf die Verwendung der beträchtlichen Geldsumme aus dem familiären Kompromiß. Wenn Konrad berichtete, Elisabeth sei ihm gegen seinen Willen nach Marburg gefolgt, so scheint dies wenig glaubhaft, denn Caesarius von Heisterbach nennt ihn den "provisor" des Hospitals, der alle Aufgaben der Verwaltung und der asketischen Disziplin mit großer Strenge wahrnahm. Ohne die Anwesenheit der jungen Fürstin hätte er diese große Aufgabe gar nicht an sich ziehen können. Elisabeth selbst fühlte sich in ihrer grenzenlosen Demut nur als eine unter den Hospitalschwestern, ja sogar als das "am meisten verachtete Leben unter ihnen", verrichtete die niedrigsten Dienste und ertrug mit engelsgleicher Geduld auch die Einschränkungen, die ihr Konrad als Teil ihrer dauernden Buße auferlegte. Er nahm ihr, wie er selbst berichtet, alle Dienerschaft und ließ ihr nur einen Laienbruder, der ihre Geschäfte führte, eine fromme Jungfrau aus niedrigstem Stande und eine Witwe, die taub und unfreundlich war; dies in der Absicht, ihre Demut zu prüfen und ihre Geduld zu üben (Summa Vitae, S. 158).

In Wahrheit steckte etwas anderes und wenig Erfreuliches dahinter. Eine von Elisabeths langjährigen Freundinnen, die mit ihr das asketische Leben teilten, Isentrud, gab nach Konrads Ermordung folgendes zu Protokoll: "So stellte der Magister Konrad auf vielfache Weise ihre Standhaftigkeit auf die Probe und suchte ihr in allem den Willen zu brechen, indem er ihr das Gegenteil befahl. Dann, um sie noch mehr zu verletzen, entfernte er nach und nach die geliebten Menschen aus ihrem Umkreis, damit sie über jeden einzelnen Schmerz empfinde. Schließlich vertrieb er mich, die ihr sehr liebe Isentrud, die sie nur mit großem Schmerz und unendlichen Tränen ziehen ließ. Zuletzt nahm er auch meine Gefährtin Guda von ihr, die seit ihrer Kindheit mit ihr zusammen gewesen war und die Elisabeth am allermeisten liebte" (Libellus, S. 47f.). Das war schlichtweg eine auferlegte Buße, die eher einer Isolationsfolter glich. Elisabeths Angst vor Konrad ging damals schon so weit, daß sie es ohne seine Erlaubnis nicht wagte, den Freundinnen Isentrud und Guda etwas zu essen zu geben oder mit ihnen zu sprechen. Er fürchtete nämlich, daß die gemeinsame Erinnerung an schöne Zeiten bei Hofe Elisabeth in Versuchung führen könnte.

Auf ähnlichem Niveau liegt eine Begebenheit, die Irmgard, eine ihrer Hospitalschwestern, zu berichten weiß und die sich im Kloster Altenberg zugetragen hat. Elisabeth soll sich damals wieder einer Gehorsamsverletzung gegenüber Konrad schuldig gemacht haben. Jedenfalls mußte sie sich bis aufs Hemd ausziehen und erhielt so viele Streiche mit Ruten, daß die Spuren dieser schweren Mißhandlung noch drei Wochen später sichtbar waren. Man muß nicht Freudianer sein, um zu vermuten, daß hier wohl auch anderes unbewußt zugange war als christliche Nächstenliebe und Bußgesinnung, mag dies auch dem Asketen Konrad selbst nicht bewußt gewesen sein. Auch paßt solches Verhalten nur allzugut zu den Grausamkeiten, die sich Konrad zur selben Zeit als Ketzerrichter und Ketzerverbrenner zuschulden kommen ließ. Elisabeth selbst hatte sich aber seelisch Konrad schon so völlig unterworfen, daß sie auch in diesem Fall rührende Worte des Verständnisses und demütiger Selbsterniedrigung fand: "Wir müssen solches gern ertragen, sagte sie. Denn es ist bei uns wie bei dem Schilf, das im Fluß wächst. Wenn der Fluß anschwillt, so wird es niedergedrückt und neigt sich, und das Wasser fließt darüber, ohne es zu knicken. Läßt die Flut aber nach, dann richtet sich das Schilf wieder auf und wächst voller Kraft heiter und schön heran. So müssen auch wir uns gelegentlich beugen und erniedrigen und uns danach wieder froh und schön aufrichten" (Libellus, S. 71). In der Tat ein rührendes Wort von franziskanischer Heiterkeit und wahrer Demut; nur will es nicht recht zu dem rohen Anlaß passen. Caesarius von Heisterbach, der von dieser Züchtigung in Altenberg berichtet, ist als asketisch erprobter Mönch voller Bewunderung für Elisabeth, wenn er ausruft: "Hört, welch Beispiel für die unfaßbare Geduld dieser heiligen Frau!" Er fügt aber auch hinzu, daß die Heilige damit auch die Gabe der Weisheit besaß, weil sie die Früchte der Geduld sehr wohl kannte: Nämlich den "himmlischen Lohn" (Caesarius, S. 375).

Im übrigen spricht für ihre unerschütterliche Demut und tiefe Frömmigkeit, die man nicht als Hörigkeit mißverstehen darf, daß ihr Alltagsleben als mildtätige Frau und als "Mutter der Kranken und Armen" im Hospital und außerhalb ihr auch ohne Konrads Befehle eine tiefe innere Befriedigung brachte, die sie spirituell sicher näher an das Ideal der Heiligkeit brachte als die selbst auferlegten täglichen Kasteiungen. In diesem Punkte ließ sie sich auch nicht von dieser großen Lebensaufgabe abbringen, als Konrad sie rügte, weil sie "die Elendsten und Verachtetsten an ihren Tisch holte". Sie verteidigte sich mit dem schönen Wort, "sie müsse den Glanz ihres früheren Lebens durch solche Erniedrigungen ausgleichen" (Summa Vitae, S. 158). Schläge erhielt sie aber auch, als Konrad erfuhr, daß sie eine Aussätzige bei sich beherbergte und daß sie auch gegen sein Verbot Arme beschenkte. Offenbar besaß sie noch genügend Geld, über das sie allein verfügen konnte und auch über weibliche Klugheit, seine Verbote in solchen Fällen mit frommer List zu umgehen - ein besonders ansprechender, menschlich-gütiger Zug ihres Wesens.

Die Legende hat diesen Zug später auf andere Weise ins Mirakulöse erhöht und verwandelt, etwa in der volkstümlich gewordenen Anekdote, daß sie eines Tages in einem Korb Speisen zu Bedürftigen bringen wollte, sie aber ihr Gatte dabei zu ertappen glaubte. Durch Elisabeths Stoßgebet verwandelte sich die Nahrung in Rosen, gegen die der ritterliche Mann nichts einwenden konnte. Liebende Verehrung hat wie mit diesem Rosenwunder um Elisabeth einen Kranz von Wundergeschichten geflochten, und so ist sie über Konfessionsgrenzen hinweg bis heute eine der rührendsten Gestalten unter den Heiligen geblieben. Ihre tiefe Menschlichkeit kam aus der Natur ihres Wesens und wurde nur von ihrer Demut und ihrem unerschütterlichen Glauben übertroffen: Auch ohne Schläge wäre sie eine große Heilige und Wundertäterin geworden. Als sie am 16./17. November 1231in ihrem Marburger Hospital, entkräftet von extremer Askese und aufopfernder Fürsorge für die Mühseligen und Beladenen, starb, war sie bereits eine volkstümliche Heilige, ehe ihr der Kanonisationsprozeß 1235 diesen Status bestätigte. Im Beisein Kaiser Friedrichs II. und anderer Reichsfürsten erfolgte am i. Mai 1236 die feierlichen Erhebung ihrer Gebeine.

Es ist sicher kein Zufall, daß Elisabeths Hospital als erste kirchliche Institution nördlich der Alpen das Patrozinium des heiligen Franziskus trug, denn sie war dessen enge Geistesverwandte in Demut und aufopfernder Menschenliebe. Es ist ebenfalls kein Zufall, daß in der Volksfrömmigkeit vor allem das Rosenwunder Elisabeths lebendig blieb - als Symbol der Verschwisterung von Schönheit und Güte. Daß beide als Vollkommenheit des Menschen idealiter zusammengehören, ist ein Gedanke, der weit über das Christentum zurückverweist auf die Kalokagathia des klassischen Griechentums, jene "Schöngutheit", die als Harmonie von Körper und Seele gedacht ist. Sie kehrte zur selben Zeit als das "griechische Moment" mittelalterlicher Kunst in der hinreißend schönen Plastik der Kathedrale von Reims und in den Figuren des Naumburger Doms in christlichem Gewand wieder. Wir wissen nicht, wie die ungarische Königstochter ausgesehen hat, aber es leuchtet ein, daß sie in der Frömmigkeit des Volkes nur als gütig und schön fortleben konnte, auch wenn sie in Wahrheit eine von selbstzerstörerischem Asketismus früh gebrochene Blüte gewesen sein dürfte. Ihr ganzes Leben war aber eine ergreifende Variante zu dem berühmten Diktum des Kirchenvaters Augustinus: "Unser Herz ist unruhig, bis es ruht in Dir, o Herr."

 

Epilog

Das Rätsel ihrer Faszination durch Konrad dürfte nie zu lösen sein, vor allem dann nicht, wenn man dessen ausufernde Tätigkeit als Ketzerverfolger ins Auge faßt, die er im Dienst der päpstlichen Inquisition ausübte. Das ursprünglich von dem großen Juristen und Papst Innozenz III. zur Rationalisierung des kirchlichen Gerichtswesens unter strengen Kautelen eingeführte Verfahren des Inquisitionsprozesses degenerierte schon im 13. Jahrhundert zu einem Verfolgungsinstrument gegen Ketzer und Hexen. Dabei wurden die ursprünglich von Innozenz III. vorgesehenen Verteidigungsmöglichkeiten für Angeklagte entscheidend eingeschränkt und damit Willkür, Haß und Denunziation Tür und Tor geöffnet. Gegen die Katharer und die Waldenser Südfrankreichs wurde dieses zum Schreckensinstrument verkommene Verfahren mit fürchterlichem "Erfolg" eingesetzt, während es in Deutschland als erster Konrad von Marburg mit großer Brutalität schon zu Elisabeths Lebzeiten, also vor 1231, praktizierte. Wie rechtswidrig er dabei vorging, geht schon daraus hervor, daß, anders als im römischen Recht, die Funktionen von Richter, Ankläger und Verteidiger im Inquisitor vereinigt waren und daß jeder Kriminelle ungeprüft als Denunziant zugelassen wurde. Das wiederum hatte zur Folge, daß der Inquisitor bereits geständige Ketzer zur Belastung anderer anstiftete, wenn er ihnen Strafmilderung in Aussicht stellte. Umgekehrt hatten Angeklagte keine Möglichkeit, an höhere Instanzen zu appellieren. Auch war es ihnen unmöglich, das Gericht abzulehnen oder die Glaubwürdigkeit der Zeugen überprüfen zu lassen, denn in den meisten Fällen blieben Denunzianten geheim. So stand der Angeklagte vor der wahrhaft teuflischen Alternative, entweder ein sofortiges Schuldgeständnis abzulegen, das ihm wenigstens das Leben, nicht aber Ehre und Eigentum rettete, oder im Falle standhaften Leugnens auf dem Scheiterhaufen zu landen. Die maßlose Anwendung der Folter trug nicht wenig dazu bei, das fragwürdige Verfahren noch mehr zu kriminalisieren, und Konrad war nach seiner psychopathischen Veranlagung durchaus der Mann, dieses grausame System mit böser Bravour zu handhaben.

Vernünftige Männer der Kirchen suchten damals vergeblich in Appellen an den Papst, dieser schauerlichen Praxis Einhalt zu gebieten, so etwa der Erzbischof Siegfried III. von Mainz (ca. 1195- 1249), der bitter beklagte, daß "der Bruder den Bruder, die Gattin den Gatten, der Herr den Diener und der Diener den Herrn anklagte" (MGH SS 23, S. 931). Man hat es unternommen, die Exzesse der Inquisition mit dem Argument zu entschuldigen, daß ein systematisiertes, "geordnetes" Verfahren doch ein Fortschritt gegenüber der Willkür vorausgegangener Zeiten, sei. Dem kann man nicht energisch genug widersprechen, denn im 20. Jahrhundert bieten KZ und Archipel Gulag den Beweis, daß "geordneter" Schrecken schrecklicher ist als spontaner Terror. Man hat mit Recht betont, daß die Praxis des Inquisitionsprozesses nichts weniger bedeutete "als den Zusammenbruch aller sozialen Bindungen". Für Konrad war das alles offenbar kein Problem, nahm er doch billigend in Kauf, daß auch Unschuldige verbrannt wurden, denen er als Tröstung die Märtyrerkrone in Aussicht stellte. Ob man einer solchen Schreckensfigur dennoch "ehrfurchtgebietende Integrität" attestieren kann, ist eher absurd.

Die Zeitgenossen waren zumindest teilweise anderer Meinung und haben dies auch durch eine Tat bewiesen, die auch in anderer Hinsicht sozialgeschichtlich bemerkenswert ist. Solange sich Konrads paranoider Verfolgungswahn an Mitgliedern unterer und mittlerer Stände austobte, hat der Adel offensichtlich stillgehalten. Als er es aber wagte, Aristokraten vor Gericht zu ziehen, tat man sich zusammen und schlug Konrad, der feig um sein Leben bettelte, bei Nacht und Nebel am 30. Juli 1233 einfach tot. Lakonisch bemerkt dazu eine Trierer Quelle: "Danach hörte jene stürmische Verfolgung auf, und diese überaus gefährlichen Zeiten begannen einer etwas milderen Denkungsart Raum zu lassen" (MGH SS 24, S. 402). Hier artikuliert sich ganz offenbar die Erlösung von einer beängstigenden Figur, welche die eigenen Obsessionen in schrecklicher Weise auf andere projizierte und diese obendrein mit dem luxuriösen Gefühl, ein gottgefälliges Werk zu tun, den Flammen übergab. Bei Konrads Schreckenswerk bewährte sich offenbar eine ältere Solidarität der obersten politischen Klasse, die nur teilweise von christlichen Maximen beeinflusst war. Nach dessen Tod meldeten sich innerhalb der Kirche auch hohe Prälaten zu Wort, die am liebsten Konrad aus dem Grab gezerrt und seinerseits als Ketzer verbrannt hätten. Es geht daher nicht an, ihm entschuldigend ein typisch mittelalterliches Verhalten zu attestieren, wo es sich ganz eindeutig um dessen Perversion handelt. Denn das Mittelalter kennt eine erfreuliche Bandbreite und Polyphonie der Meinungen, die für die Kraft und Kreativität der Epoche sprechen, aber wegen der kirchlichen Terminologie für den fachlich Ungeschulten nicht so leicht zu erkennen sind. In der üppig ausgefächerten volkssprachlichen Laienkultur des Hoch- und Spätmittelalters ist aber dieser Reichtum der Ideen und Meinungen jedem zugänglich und verständlich. Schließlich  ist diese Epoche der "Frühling Europas" und offenbart noch im farbglühenden "Herbst des Mittelalters" ihren Glanz.

Aus: Friedrich Prinz: Das wahre Leben der Heiligen. Zwölf historische Porträts von Kaiserin Helena bis Franz von Assisi. München, Verlag C.H. Beck 2003, S. 242 – 257. Wir bedanken uns beim C.H. Beck Verlag für die freundliche Genehmigung zum Nachdruck.

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