Beiträge zur geistigen Situation der Gegenwart  Jg. 9 (2008), Heft 6


 

Poeten - Philosophen - Juristen

Ingeborg Schnack und Renate Scharffenberg erforschen in Marburg Rilke, Winkelmann und die Geschichte des geistigen Lebens in der "kleinen, krummen Stadt"

Ingeborg Schnack (1896-1997) wirkte mit einjähriger Unterbrechung von 1923 bis 1961 als Bibliothekarin, ab 1956 auch als stellvertretende Direktorin an der Universitätsbibliothek Marburg. Sie begründete dort eine bedeutende Autographensammlung, deren Schätze bis heute nicht annähernd vollständig wissenschaftlich bearbeitet sind; als Wissenschaftlerin legte sie selbst umfangreiche Forschungsarbeiten und Editionen vor, u.a. zu Rainer Maria Rilke, Stephan August Winkelmann sowie zur Universitäts- und Landesgeschichte.

Ihre Mitarbeiterin und Koautorin zahlreicher Publikationen war Renate Scharffenberg. 1944 für die kriegsbedingte Auslagerung der Bestände der Marburger Universitätsbibliothek dienstverpflichtet, wurde sie neben ihrem Beruf als Gymnasiallehrerin zur engen Mitarbeiterin von Ingeborg Schnack. Seit deren Tod führt sie die gemeinsamen Arbeiten fort.

Das Gespräch mit Dr. Renate Scharffenberg führte Rotraut Fischer

- Wie sah zu Beginn des 20. Jahrhunderts der berufliche Werdegang einer Bibliothekarin aus?

Ingeborg Schnack, 1896 im Emsland geboren, hatte noch während des ersten Weltkrieges ihr Studium in Bonn begonnen. Bald sagte sie der Germanistik "valet", weil sie sich da nicht wirklich gefordert sah, und studierte Physik, Mathematik und Geschichte. 1920 promovierte sie in Marburg bei dem Mediävisten Karl Wenck mit einer kirchengeschichtlichen Arbeit. Das gab ihr die Möglichkeit, statt in den Schuldienst in den Bibliotheksdienst zu gehen, und so wurde sie die erste Frau im höheren Bibliotheksdienst Preußens.

- Wie wurde Ingeborg Schnack zur Philologin und zugleich zur Spezialistin für hessische Geschichte?

In der Bibliothek hatte Ingeborg Schnack zunächst viel mit Naturwissenschaften zu tun, doch bekam sie im Zuge der Vorbereitungen für das Universitätsjubiläum 1927 den Auftrag zu einer ikonographischen Arbeit, die in der Stadt verstreuten Professorenbildnisse aufzuspüren, zu katalogisieren und greifbar zu machen. Die Arbeit führte schließlich im Jahr 1933 zu einer kleinen Publikation über Bildnisse Marburger Hochschullehrer.(1) Nach diesem ersten Umgang mit den "Originalen" folgte eine einjährige Tätigkeit an der Universitätsbibliothek in Kiel, wo sie von dem von ihr sehr geschätzten Bibliotheksdirektor Weber herangezogen wurde, um die Neuerwerbungen der Bibliothek einem größeren Publikum vorzustellen. In Marburg wäre damals niemand auf eine solche Idee gekommen. Sie las in diesem Zusammenhang viel norwegische, schwedische und auch dänische Literatur im Original und schrieb darüber.
In den folgenden Kriegsjahren, wieder in Marburg, standen bibliothekarische Aufgaben im Vordergrund, da etliche Kollegen eingezogen waren. Lediglich drei Bände der "Lebensbilder aus Kurhessen und Waldeck", die sie in der Nachfolge von Strieder herausgab, erschienen in dieser Zeit weiter. (2) Sie gehörten zu den Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen, der Frau Schnack seit 1936 angehörte. Nach Kriegsende folgten drei weitere Bände. Im 6. Band (1958) publizierte Ingeborg Schnack einen grundlegenden Artikel über den Marburger Theologen und Philosophen Karl Wilhelm Justi (1767-1846), der zum Kreis der "Marburger Romantiker" um Friedrich Carl von Savigny, Friedrich Creuzer und Clemens Brentano gehört hatte. Ich hatte darauf gedrungen, weil ich fand, daß irgendwann auch etwas von uns in den "Lebensbildern" erscheinen sollte. Ich selbst habe einen weniger grundlegenden Artikel über Julius Reuter beigetragen.
In dieser Zeit arbeitete Frau Schnack auch an mehreren kleineren Projekten zu hessischen Gelehrten- und Künstlerbiographien.

- Entscheidend für den weiteren Fortgang Ihrer wie auch der Arbeiten von Ingeborg Schnack war das Zusammentreffen mit dem Verleger Anton Kippenberg.

Eines Tages fand Ingeborg Schnack die Nachricht vor, ein Herr Professor Kippenberg wolle sie sprechen. Dieser "Herr Kippenberg", der in Marburg oft mit dem Museumsdirektor Albrecht Kippenberger verwechselt wurde, war Anton Kippenberg (1874-1950), der Chef des Insel-Verlags in Leipzig. Zusammen mit seiner Frau und Mitverlegerin, Katharina Kippenberg, war er im Gefolge der amerikanischen Truppen und zusammen mit seinem umfangreichen Privatarchiv nach Marburg gekommen. In Leipzig waren sowohl sein Verlagshaus (1943) als auch sein Wohnhaus (1945) zerstört worden. Seine unschätzbaren Sammlungen, vor allem zu Goethe und Rilke, waren von ihren Aufbewahrungsorten im Unterbau des Völkerschlachtdenkmals in Leipzig und verschiedenen Schlössern in Thüringen mit den sich nach Westen zurückziehenden amerikanischen Truppen nach Marburg gebracht worden; die Goethe-Sammlungen waren in den Central-Art-Collecting-Point im Staatsarchiv eingelagert worden, alles übrige lag in der Wettergasse bei dem langjährigen Vertreter des Insel-Verlages, dem Buchhändler Otto Roppel. Ingeborg Schnack ging zu Anton Kippenberg hin, und sie verstanden sich sofort ausgezeichnet. Er sagte: "Was ich brauche, sind Pferd und Wagen". "Oh", sagte sie, "das ist keine Schwierigkeit". Auf offenem Pritschenwagen, den Heppes stellten, die schon immer Bücher für die UB transportiert hatten, fuhren sie in die Universitätsstraße zur alten Universitätsbibliothek. Die Universitätsbibliothek hatte rechts außen an der Schmalseite einen Treppenturm. Der führte aus dem "Cimelien - Saal" in den Lesesaal. Dort, in diesem Turm, dem einzigen freien und trockenen Raum, den man auch von beiden Seiten abschließen konnte, war die erste Lagerstätte des Privatarchivs Kippenberg und des Insel-Verlags. Die Goethe-Sammlung hatten die Amerikaner aus der Lagerstätte in Thüringen in das nun leere, erst 1938 eingeweihte Staatsarchiv eingelagert. Die übrigen Teile der Sammlung wurden dann mit dem großen Umzug der Bibliothek zu den Goethebeständen in den Siegelsaal gebracht. Denn im Gebäude der alten Universitätsbibliothek waren die Fenster kaputt und die Bücher, die aus dem Salzbergwerk kamen, troffen. Frau Schnack hatte sich daher dafür eingesetzt, daß die Bücher der Universitätsbibliothek, die aus den Salzbergwerken an der Werra kamen, im Staatsarchiv deponiert wurden. Die Amerikaner stimmten zu. Die Bücher der Staatsbibliothek aus Berlin, die unter den Vorzeichen des beginnenden Kalten Krieges im Westen bleiben sollten, wurden dann in den Wilhelmsbau des Schlosses und in das Gebäude der Bibliothek in der Universitätsstraße gebracht. Und, o Wunder, plötzlich gab es auch Fensterscheiben. Marburg war damit für eine gewisse Zeit der bedeutendste Bibliotheksstandort Westdeutschlands.

Seit dem Umzug der Marburger Universitätsbibliothek ins Staatsarchiv kam Anton Kippenberg jeden Vormittag, wenn er in der Stadt war, klopfte bei Frau Schnack an, ging als erstes auf das Bild zu, das an der Wand hing, ein Porträt von ihm selbst, gemalt von Walter Tiemann, auf dem er eine Zigarre in der Hand hält, und sagte. "Komm, alter Junge, gib sie mir doch mal." Dann, zu Frau Schnack gewandt: "Was kehren wir heute vor?" Das war nicht nur für sie eine wunderbare Zeit, sondern auch für mich. Sie war seine rechte, ich seine linke Hand. Ich war damals Studentin im 6. Semester und von meiner Arbeit begeistert, denn ich hatte ja dadurch eine hervorragende Ausbildung an den Handschriften und Erstausgaben. Vielleicht habe ich ihm auch ein wenig seine Töchter ersetzt, die nicht sehr interessiert waren.

- In der Folge ging Ihrer beider Tätigkeit aber weit über das eigentlich Bibliothekarische hinaus.

Die Zusammenarbeit mit den Kippenbergs und die Betreuung ihrer Schätze bedeuteten für Ingeborg Schnack eine Erweiterung des bibliothekarischen Spektrums, denn zur wissenschaftlichen Literatur kamen nun handschriftliche Quellen und Originalausgaben der Goethezeit und der klassischen Moderne. Katharina Kippenberg arbeitete an ihrer Ausgabe "Rainer Maria Rilkes Duineser Elegien und Sonette an Orpheus", zuerst erschienen 1923, die sie mit Ingeborg Schnack durchging und die 1946 erscheinen konnte. 1951 wurde sie in die Manesse-Bibliothek der Weltliteratur aufgenommen, begleitet von einem Essay Schnacks, "Dichtung und Deutung. Rainer Maria Rilke und Katharina Kippenberg".

Aber nicht nur editorische und quellenkritische Aufgaben kamen nun vermehrt auf Ingeborg Schnack zu, sondern auch die Erschließung von Beständen für eine interessierte Öffentlichkeit.
Der Siegelsaal des Staatsarchivs lag direkt über dem internationalen Lesesaal, einem schönen, hellen Raum. Um die Bestände aber einer wissenschaftlichen Öffentlichkeit zugänglich zu machen, mußten Geduld und Mühe aufgewandt werden. Alles mußte ausgepackt, geordnet und die durch Feuchtigkeit und Transport zu Schaden gekommenen Stücke in die Werkstatt des Landeskonservators gebracht werden. Ingeborg Schnack betreute die Sammlung ehrenamtlich, nur für die Vorbereitung der bald folgenden auswärtigen Ausstellungen erhielt sie Urlaub bzw. eine Reduzierung ihrer dienstlichen Verpflichtungen.
Frau Schnack und ich hatten auf diese Weise Umgang mit einer der bedeutendsten Sammlungen und ihren Handschriften, Erstausgaben und Bildern, wie etwa Stadtansichten aus der Goethezeit, Aber auch die Rilkehandschriften waren von herausragender Bedeutung. 1947 kam es zur ersten Rilke-Ausstellung zum Andenken an die ein Jahr zuvor verstorbene Katharina Kippenberg. Aus diesem Anlaß kamen auch Clara Rilke und die Tochter Ruth und die Enkelin Christine Rilke. Letztere ist ein Jahr später verunglückt.
Dieser ersten Ausstellung folgte eine Reihe weiterer, 1949 schließlich, als "Krönung", eine deutschlandweite Goethe-Ausstellung: in der Bielefelder Oetker-Halle, Bielefeld deshalb, weil Frankfurt noch kaputt, Leipzig und Weimar unzugänglich waren. Es folgte eine Faustausstellung in Marburg und in Bremen; die große Goetheausstellung haben wir dann anschließend auch nach Marburg geholt.

Es blieb aber nicht bei den Ausstellungen. In dieser Zeit hatte Kippenberg sich folgendes überlegt: Wenn er nun schon jemanden so Tüchtiges hatte wie "Fräulein" Schnack, wie es damals hieß, konnte man die ja auch für weitere Projekte "benutzen". So machte sie zusammen mit Kippenberg den Erinnerungsband an Katharina Kippenberg; 1950 erschienen vier kleine Bände aus dem Rilke-Nachlaß. 1950 starb dann Anton Kippenberg, die Sammlung kam nach Düsseldorf. Damit riß der Faden zur Goethe-Sammlung ab. Die Rilke-Sammlung blieb noch etwas länger in Marburg. Ingeborg Schnack hatte von Kippenberg noch den Auftrag gehabt, sie möchte doch entsprechend dem Insel-Band "Goethe und seine Welt" einen Bildband zu Rilke erarbeiten. Hier kamen die ikonographischen "Vorübungen" zum Tragen. Das Buch erschien 1956. In diesen Jahren bekam man noch Kontakt zu vielen Menschen, die Rilke gekannt haben. Der wichtigste war der zu Nanny Wunderly-Volkart, der Begleiterin seiner letzten Jahre, in Meilen am Zürichsee, bei der wir dann auch mehrfach eingeladen waren. Wir fuhren damals mit unserem allerersten Volkswagen. Wir waren auch in Frankreich und haben Baladine Klossowska kennengelernt und ganz viele dieser lebenden Zeitzeugen. Die umfangreiche Korrespondenz, die sich aus diesen Kontakten und Treffen ergab, war dann schon eher eine Autographensammlung. Von da an haben wir auch Rilke-Autographen gesammelt. Die Rilke-Bibliothek wird mit all diesen Autographen nach meinem Tod als Donum an die Universitätsbibliothek Marburg gehen.

- Das Thema Rilke ist dann im weiteren Verlauf eng mit dem Suhrkamp-Verlag verbunden. Wie ging es für Sie mit Rilke und Suhrkamp weiter?

Die große Arbeit in den siebziger Jahren war zunächst "Rilke in Ragaz" und dann die Arbeit an der Chronik. Rilkes Tochter Ruth, die leider in den letzten Lebensjahren ganz unzugänglich war - sie hatte wohl Kehlkopfkrebs - hat keine Arbeiten mehr unterstützt. Damals mußte man aber aus urheberrechtlichen Gründen noch ihre Zustimmung haben. Sie hat sich 1972 mit ihrem Mann das Leben genommen. Da gab es dann in dieser Hinsicht grünes Licht. Siegfried Unseld hatte inzwischen den Insel-Verlag gekauft und war Feuer und Flamme, denn 1975 stand ja Rilkes einhundertster Geburtstag ins Haus. Und so sagte er, er hätte gerne so etwas wie die Goethe-Chronik für Rilke. Ingeborg Schnack wandte ein, das gehe nicht; Goethe sei so bekannt, daß man sich mit Daten begnügen könne. Rilkes Leben sei im Ganzen soviel weniger bekannt, daß es einer ausführlicheren Beschreibung bedürfe. Ein Insel- Bändchen komme nicht in Frage, aber etwas Größeres könne man schon machen. Die Jahre 1906 und 1907 waren als erste fertig, die schickte sie an Unseld. Der sagte, wenn sie so weitermache, würden es sechshundert Seiten. Und das war Unseld: "Machen Sie weiter" sagte er. Am Ende wurden es tausend! Und wieder gab es von Ingeborg Schnack nur Handgeschriebenes, ein schönes großes Kartenmanuskript, das ich dann mit der Schreibmaschine gewissermaßen an Land gezogen habe. Da ich damals noch in meinem Hauptberuf arbeitete, verreisten wir in allen Ferien mit der Schreibmaschine. Ich sehe mich heute noch da sitzen, Pilat Plage, das war an der Atlantikküste; vormittags waren wir am Strand, nachmittags stellte ich mir den Tisch so, daß ich den Blick aufs Meer hatte, und so ist dann nach und nach an mehreren Orten die Chronik entstanden. Am Ende mußten dann wegen fehlender anakritischer Zeichen drei verschiedene Druckereien beschäftigt werden.
In der Zwischenzeit hatte Ingeborg Schnack den schönen Bildband für die Insel-Taschenbücher noch hergerichtet und dafür eine außerordentlich knappe und gute Rilke-Biographie geschrieben.
Dann war Rilkes Geburtstag, und vorher gab es eine Rilke Tagung in Marbach und eine große Rilke Ausstellung, die Joachim W. Storck gemacht hatte. Er war auch eine Zeitlang in Marburg. Dann kam die Geburtstagsfeier in Frankfurt, da hatte sich Unseld ausgedacht, daß lauter Dichter ein Gedicht von Rilke vortragen sollten, das ihnen besonders gut gefallen hatte. Da kamen aus der DDR welche, auch aus Polen und aus Rußland, die dann in ihrer jeweiligen Sprache vortrugen.
Bei einem dieser Treffen in Marbach, etwa 1975, sagte Unseld: "Herr Hirsch, sie machen doch sicher gern den Briefwechsel Hofmannsthal-Rilke. Am besten mit Frau Dr. Schnack." Und so kam es zu diesem und in der Folge noch zu anderen Bänden.

- Neben Goethe und Rilke war der Kreis der Marburger Romantiker ein Schwerpunkt Ihrer gemeinsamen Arbeiten. Wie kam es dazu?

In den frühen Nachkriegsjahren war Prof. Ludwig Dehio, der Sohn des berühmten Dehio, Direktor des Staatsarchivs Marburg. Er hatte als Halbjude die Nazizeit und den Krieg am Preußischen geheimen. Staatsarchiv überstanden. Da er als Archivar viel Sinn für Primärquellen hatte, regte er an, daß die Universitätsbibliothek Handschriften kaufen sollte: Er habe da einen Nachlaß an der Hand, der auf Gut Trages bei Hanau liege, dem Sitz der Familie von Savigny. Es handele sich um einen großen Schatz von Briefen an Friedrich Carl von Savigny. Das war das erste Konvolut, das erworben wurde, damals für teures Geld, aber verglichen mit heute für eine eher geringe Summe. Der Anfang eines bedeutenden Handschriftenbestandes für die Marburger Universitätsbibliothek war gemacht. Ingeborg Schnack trieb dieses Vorhaben mit wachsender Energie voran, was viel Überredungskraft hinsichtlich der jeweiligen Direktoren erforderte, die eigentlich kein Interesse hatten. Doch sie war, wie man so sagt, "hinterher".
Das zweite Unternehmen war eigentlich eine Katastrophe. Herr Schoof hatte die Briefe der Brüder Grimm an Savigny aufgetan; die waren damals noch bei dem berühmten Grimm-Forscher Stoll und landeten in einer Schublade bei Herrn Schoof, der transkribierte sie, und der Erich-Schmitt-Verlag in Berlin war bereit, sie zu drucken. Aus diesem Material wurde der Universitätsbibliothek dann ein Sonderdruck von einem der Briefe zur Verfügung gestellt. Ludwig Wolf, Marburger Mediävist, hatte das auch gut beurteilt. "Das geht so nicht", sagte dagegen Ingeborg Schnack. Der Brief war voller Verlesungen. Die interessanteste: In Kassel sei eine Parsival-Handschrift. Panzirolus. stand da in Wirklichkeit, denn Savigny interessierte sich damals vor allem für Pandekten. Von derartigen Verlesungen wimmelten diese Briefe. Da kaufte die Universitätsbibliothek die Briefe und vertrat die Auffassung, daß das nicht so veröffentlicht werden könne, wenn es sich um Handschriften der Universitätsbibliothek handelte. Dann begann die Kärrnerarbeit. Erich Schmitt hat eingestampft, das Ganze wurde neu kollationiert. Der Band ist aber dann doch noch gewissermaßen "schoofisch" geworden, weil Schoof an seinen Zwischentexten unbedingt festhielt. Auch war er nicht gewillt, Schnack auf dem Titel zu haben, obwohl ihr die Hauptarbeit zugefallen war. Ich habe damals oft geseufzt, denn Ingeborg Schnack schrieb wiederum nur mit der Hand, und ich tippte alles in die Maschine. Dann wurde es aber doch ein ansehnlicher Band beim Erich-Schmitt-Verlag und auch bei der Historischen Kommission. Frau Schnack war damals schon Mitglied in der Historischen Kommission und hat erreicht, daß diese Bände aus dem Umkreis Savigny auch als Teilausgaben der Historischen Kommission erschienen sind. Das war 1953.

Es dauerte eine ganze Weile, bis der zweite Komplex aus diesen ersten großen Handschriften an Savigny herauskam: die Briefe von Friedrich Creuzer an Savigny. Der Herausgeber war der Latinist Helfried Dahlmann. Mit ihm ergab sich, im Gegensatz zu der mit Schoof, eine außerordentlich erfreuliche Zusammenarbeit.

Es folgte nun eine ziemlich lange Pause, in der viele andere Dinge entstanden, aber ein Schwerpunkt blieb immer Marburg und Hessen; seit 1962 erschien zweimal jährlich die von ihr herausgegebene Zeitschrift des Marburger Universitätsbundes „alma mater philippina“. Dann kam das hübsche Marburg-Buch. Als Frau Schnack pensioniert wurde, habe ich gesagt, und da habe ich heute noch ein schlechtes Gewissen: "Jetzt kannst du wirklich mal selbst ein Buch schreiben." Denn bis dahin war sie ja hauptsächlich als Herausgeberin hervorgetreten. Das Marburg-Buch, das leider heute veraltet ist, weil es so viele neue Forschungen gibt, mochte sie nach der dritten Auflage nicht mehr neu drucken. Und der Verleger weigerte sich, große Änderungen zuzulassen.

- Frau Scharffenberg, Sie haben zusammen mit Ingeborg Schnack bei Ihren Arbeiten zum Umfeld der sog. Marburger Romantik den Freund Savignys und Brentanos, Stefan August Winkelmann, regelrecht entdeckt. Wer war dieser Winkelmann?

Stephan August Winkelmann war Dichter, Philosoph und Arzt und der Sohn Dietrich Wilhelm Winkelmanns, eines wohlhabenden Kaufmanns, und er wuchs in Braunschweig auf. Seine Mutter Marianne war die Schwester des Dichters Johann Anton Leisewitz. Freundschaft und gemeinsames Studium in Jena und Göttingen verband Winkelmann in den Jahren 1799 bis etwa 1804 mit drei anderen "genialischen" Vertretern der romantischen Generation, Clemens Brentano, Achim von Arnim und Friedrich Carl von Savigny

Ein Bildnis von Winkelmann ist uns nicht bekannt. Aus verschiedenen verstreuten Beschreibungen können wir schließen, daß er groß und kräftig, in seinen Bewegungen eher ungeschickt und von unausgeglichener Gemütsart war. Als Braunschweigischer Kaufmannssohn hatte er einen anderen sozialen Hintergrund als die "gehofmeisterten" Söhne reicher Familien, Savigny, Bostel und Brentano. Seine Kontakte zu letzterem wurden vergiftet durch Gerüchte über eine engere Beziehung zu Sophie Mereau, der Geliebten und nachmaligen Gattin Brentanos, zu der er nach Brentanos Abreise aus Jena offensichtlich ein freundschaftliches Verhältnis hatte. 1802 besuchte er Marburg; die beiden Grimm-Brüder haben ihn offenbar nicht erlebt. Johann Heinrich Christian Bang, Pfarrer in Goßfelden bei Marburg und mit den Marburger Romantikern befreundet, hat dagegen verschiedentlich von ihm berichtet.

Die eigentliche Entdeckung Winkelmanns geschah gewissermaßen über Savigny. Nach dem ersten Konvolut waren weitere Archivalien aus seinem Umkreis in die Universitätsbibliothek gelangt, so auch die Volksliedersammlung. In dem großen Konvolut von Briefen an Savigny fand Ingeborg Schnack den Briefwechsel Savigny-Winkelmann. Offensichtlich hatte Achim von Arnim aus dem Nachlaß Winkelmanns die Savigny-Briefe an Savigny zurückgegeben. Der Nachlaß selbst, den von Arnim verwahrt hatte, ist seit dem 2. Weltkrieg verschollen. Der auf die genannte Weise erhaltene Briefwechsel barg indes ein großes Problem: Die Briefe waren zum großen Teil undatiert. Die Arbeit glich also einem Puzzle, denn die Briefe mußten einander zugeordnet werden. Auf diese Weise lebten wir regelrecht in der Zeit zwischen 1800 und 1803, und das über vier Jahre lang. In dieser für uns sehr spannenden Zeit gab es kaum ein anderes Gesprächsthema., unsere Arbeit hatte etwas Detektivisches. Denn es handelte sich ja nicht nur um einen Gelehrtenbriefwechsel, sondern auch um eine Korrespondenz unter Freunden, von denen jeder einen großen Freundeskreis hatte, in den wir uns allmählich hineinarbeiteten. Wir entdeckten tatsächlich einen Philosophen und Poeten. Von Winkelmann wußte man nur in der medizinhistorischen Literatur, etwa in den Standardwerken zur romantischen Medizin; der Dichter war völlig unbekannt. Schon die Tatsache, daß er das letzte Kapitel von Clemens Brentanos Roman "Godwi" geschrieben hatte, war in Vergessenheit geraten. Die Suche war recht kompliziert, denn Winkelmanns Veröffentlichungen waren meist in kleinen Almanachen erschienen, und von denen gibt es ja keine umfangreichen Bestände. Göttingen war da noch relativ gut bestückt, anderes kam über den internationalen Leihverkehr. Ganz zum Schluß entdeckten wir noch einen Roman, den Winkelmann geschrieben hatte, "Eduards Verirrungen". In Frankfurt fanden wir schließlich ein Exemplar. Vieles aus Winkelmanns Leben und Erleben ist darin verarbeitet, vor allem seine Reisen und Begegnungen. Winkelmann selbst und auch seine Umgebung hielten nicht allzuviel von dem Werk. Daß aber Winkelmann außerdem die ersten Vorlesungen über Goethe gehalten hatte und daß diese wie andere seiner Schriften auch gedruckt vorlagen, das mußte gründlich der Vergessenheit entrissen werden. Hier und da gab es in den Briefen Savignys auch Hinweise, Kommentare und quasi die Antworten auf das bzw. zu dem, was Winkelmann geschrieben hatte.

Ursprünglich waren Brentano und Winkelmann aus Jenaer Tagen befreundet, später hat dann Brentano alles versucht, um Winkelmann und Savigny auseinanderzubringen. Und er wollte auch gar nicht erlauben, daß Achim von Arnim nähere Beziehungen zu Winkelmann pflegte. Dieser war aber sehr angezogen von Winkelmann, denn beide waren naturwissenschaftlich interessiert. Achim von Arnim hat Winkelmann nicht als Dichter, sondern als Naturwissenschaftler kennengelernt. Als dann noch "der Unglücksjunge August", wie er genannt wurde, sich für Gunda zu interessieren begann, zeigte sich Clemens Brentano von einer wenig angenehmen Seite. Im Grunde konnte man wohl nicht mit ihm leben. Ich bin nicht gut auf ihn zu sprechen.

Durch eine Bemerkung wurde man noch hingewiesen auf einen Bericht über eine Neujahrsnacht, der sich in der Bibliothek in Saarbrücken befindet. Clemens Brentano hatte seine Freunde in Jena zu einer Feier der Neujahrsnacht 1799 auf 1800 eingeladen. Diese Feier nun hat einer der Teilnehmer beschreiben, Winkelmann, so wird dort bezeugt, war auch mit von der Partie. Interessant ist nun die Tatsache, daß dabei mit großer Feierlichkeit Schillers Glocke vorgelesen und auch mit Beifall bedacht wurde, während man sonst ja immer liest, daß man sich darüber lustig gemacht habe, wie etwa Caroline Schlegel-Schelling sagt. Hier wurde "Die Glocke" als ein großes Werk vorgetragen.

Winkelmanns eigentlicher Nachlaß muß leider als verloren gelten. Ein Teil kam jedoch in die Sammlung Varnhagen, die in Krakau liegt, und die Bibliothekare in Krakau waren sehr freigiebig und hilfsbereit. Achim von Arnim wollte eigentlich dem Freund ein Denkmal setzen, er war der bessere Freund. Aber Brentano hat ihn wohl auch daran gehindert, etwas daraus zu machen.
Die Briefe Winkelmanns an Gunda sind nicht erhalten. Wahrscheinlich ist, daß sie, falls sie an die Familie zurückgegangen sind, vernichtet wurden, da sie nach der Heirat Savignys mit Gunda allenfalls kompromittierend gewesen sein konnten. Unglücklich war in diesem Zusammenhang sowohl die Rolle Brentanos als auch vor allem die Caroline Schlegel-Schellings. Letztere hatte Verwandte in Braunschweig, und Winkelmann war Braunschweiger. Sie hatte Angst vor dem, was er wohl erzählen würde und hat Winkelmann extrem schlecht geredet. Trotzdem ist es ihm gelungen, sich in Braunschweig zu etablieren. In Braunschweig war er dann Professor der Medizin, und er hatte allerlei Beziehungen. Er war der Neffe von Leisewitz, der zum Göttinger Hainbund gehört hatte. Sein Vater, der mit Kolonialwaren handelte, hatte im Zusammenhang mit der Kontinentalsperre leider bankrott gemacht. So hatte Winkelmann durchaus reale Schwierigkeiten, mit den "Reichen" seiner Umgebung, Savigny und Brentano, aber auch von Arnim, mitzuhalten. In diesem Zusammenhang scheint es folgerichtig, daß eben Savigny Gunda geheiratet hat, die schon durch ihre Art wohl nicht Jedermanns Sache war. Caroline Schlegel hat auch das Gerücht gestreut, Winkelmann habe mit Sophie Mereau Beziehungen unterhalten.

Durch die Beschäftigung mit Winkelmann ist die Idee entstanden, Winkelmann zu "retten", eine dieser "Rettungen", die es immer mal gibt in der Forschung. In diesem Zusammenhang entstand der Band "Stephan August Winkelmann. Philosoph, Poet und Arzt" mit seinem "Begrif des Idealismus" und ein größerer Beitrag in den Braunschweigischen Jahrbüchern.

- Welche Bedeutung hatte Winkelmann für die Arbeiten seiner Freunde?

1801 trafen Winkelmann, Brentano und von Arnim in Göttingen zusammen, wo Winkelmann seine Goethe-Vorlesung hielt. Er hat von Arnim für Goethe begeistert und ihn zu eigenen dichterischen Arbeiten ermutigt.
Darüber hinaus war Winkelmann ohne Zweifel ein wichtiger, wenn auch nicht der einzige Anreger des "Wunderhorns".

- Wie sah das weitere Umfeld dieser "Akteure" der romantischen Bewegung aus?

Brentano, Winkelmann und Arnim bildeten eine Art "Dreierbund", den u.a. auch die Verehrung für Goethe verband. Die Verbindung zwischen den Grimms und Savigny bestand ein Leben lang. Ein schöner Ausdruck hierfür sind die Märchen, die Jacob Grimm für Savignys Kinder schrieb Beziehungen gab es auch zwischen Sophie Brentano und Winkelmann. Sophie war in Oßmannstedt bei Christoph Martin Wieland, wo sie am damals so genannten Nervenfieber erkrankte. Winkelmann betreute sie ärztlich, was ihm nicht nur Dank einbrachte. Sie schuf durch ihren Aufenthalt bei Wieland, dem alten Freund ihrer Großmutter LaRoche, auch eine Verbindung zur Vorgängergeneration. Auch Savigny besuchte während seiner "Sächsischen Reise" Oßmannstedt. Eine andere Verbindung in die Goethezeit hinein entstand durch Savignys Freund Bostel, der sich während seiner Zeit am Reichskammergericht in Wetzlar in eine Tochter von Goethes Lotte verliebte. Diese Verbindung hat Ingeborg Schnack in der „alma mater“ rekonstruiert.

- Gibt es aus Ihrer Sicht so etwas wie eine Marburger Romantik?

Ja, aber nicht in dem Sinne, wie sie hier verkauft wird. Savigny ist eher "Frühromantiker", er war kein Poet, hat sich aber im Kreis von Poeten und Künstlern bewegt und sich anregen lassen. Er war also eher ein vom romantischen Denken beeinflußter Wissenschaftler. Ähnliches gilt für die Grimms. Die Kontakte zu den romantischen Dichtern waren stark durch Clemens Brentano vermittelt. Davor gab es dann noch den Aufenthalt Caroline Böhmers in Marburg, die bei ihrem Bruder weilte, dem .Accoucheur und Gynäkologen Michaelis.
Für kurze Zeit standen hier einige mehr oder weniger bedeutende romantische Persönlichkeiten, Dichter und Wissenschaftler, miteinander in Kontakt. Marburg war eine Station, ein Knotenpunkt, eine Art Zwischenschritt zwischen Jena und Heidelberg. Prägend für die Stadt selbst war diese Periode nicht. Aber was prägt schon Marburg! Die Stadt ist wie eh und je zerfallen in viele kleine Gemeinschaften, sie war und bleibt kleinbürgerlich.

- Steht das von Ihnen herausgegebene Tagebuch eines Schweizer Studenten auch in einer Verbindung zum Thema Romantik?

Nach der großen Winkelmann-Arbeit erschien 1988 das Tagebuch des Schweizer Studenten Melchior Kirchhofer aus Schaffhausen. Wie kamen wir überhaupt zu dem Manuskript? Ein Herr Beck aus der Schweiz war, nachdem der Verlag Bärenreiter in Kassel nicht interessiert war, mit dem Manuskript bei Elwert gelandet. Auf die Anfrage von dort bei Ingeborg Schnack beschlossen wir: "Natürlich bringen wir das." Das Büchlein ist ungewöhnlich "direkt". Es leistet einen nicht unbedeutenden Beitrag zur historischen Erforschung der lokalen Situation im ausgehenden 18.Jahrhundert. In seinen Schilderungen, etwa der Wanderungen nach Dexbach zu Pfarrer Schwarz, dem Schwiegersohn Jung-Stillings, lernen wir wichtige Personen des Marburger Romantikerkreises näher kennen. Die Reise von Schaffhausen nach Marburg 1794 führte den jungen Studenten durch ein kriegsgeschütteltes Land; die Kasseler Sammlungen waren dankbar für eine Beschreibung des Museums in vornapoleonischer Zeit. Die Passagen über Haina, wo später Pfarrer Bang aus Goßfelden amtierte und für das sich auch Winkelmann im Rahmen seiner Forschungen über Nervenleiden interessierte,  sind von großem medizinhistorischem Interesse.

- Es folgte ja dann wieder eine Reihe nicht-hessischer Arbeiten.

Ja, aber zuvor ist noch eine bedeutende Arbeit zu erwähnen, der Band "Marburger Gelehrte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts"; in ihm werden erstmals auch diejenigen herausgestellt, die in die Emigration geschickt wurden; zum Teil hat Ingeborg Schnack sie auch persönlich gekannt.

Der Kirchhoferband war dann das letzte, was Frau Schnack an größeren Arbeiten über Hessen gemacht hat. Es folgten die Briefe Rilkes an Karl und Elisabeth von der Heydt und danach der große Briefwechsel Rilke-Kippenberg. In ihrem letzten Jahr - sie starb im November 1997 - hat Ingeborg Schnack noch den Briefwechsel Rilkes mit "Benvenuta", Frau von Hattingberg, bearbeitet, den ich dann abgeschlossen habe. All diese Bände erschienen noch vor der Ära des PC, wurden also mit Schreibmaschine geschrieben. Einen Computer habe ich mir erst nach dem Tod meiner Freundin angeschafft, und zwar, als die Universitätsbibliothek mich um ein Verzeichnis der Rilkesammlung bat. "Aber bitte nicht auf Karteikarten", hieß es damals.
Ingeborg Schnack selbst hat nie für die Schublade gearbeitet, nie etwas geschrieben, von dem sie nicht zu Beginn der Arbeit wußte, daß es auch gedruckt würde. Dazu paßt ihre Freude, als Siegfried Unseld zu ihrem einhundertsten Geburtstag einen Band herausbrachte mit ihren gesammelten Arbeiten zu Rilke, das Vorwort schrieb Unseld, ich schrieb das Nachwort. Das Publikationsverzeichnis, das der Direktor der Universitätsbibliothk, Dirk Barth, zu ihrem  90. Geburtstag anlegen ließ, kam immerhin damals schon auf die Nummer 121, eine schöne Bilanz dieses Forscherinnenlebens, wenn man bedenkt, das sie das meiste doch erst nach ihrer Pensionierung 1961 geschrieben hat. Sie hätte sich in jungen Jahren auch sehr gerne habilitiert, was aber aus finanziellen Gründen unmöglich war. Man hatte ihr dann vorgegaukelt, daß sie als Bibliothekarin nur zwölf Stunden pro Woche Anwesenheitsdienst habe, den Rest der Zeit hingegen für eigene Forschungen verwenden könne. Als sie dann aber schließlich in den Bibliotheksdienst eintrat, war die Weimarer Republik ausgebrochen und alle, ob Wissenschaftler oder Bibliotheksdiener, hatten die gleiche Arbeitszeit.
Im Rückblick wird durchaus sichtbar, daß ihr zwar die akademische Laufbahn verwehrt war, sie jedoch selbstbestimmt ein Gelehrtenleben geführt hat, das ihr reiche Wirkungsmöglichkeiten erschlossen und die Wertschätzung bedeutender Zeitgenossen eingetragen hat.


1 Die Bildnissammlung Marburger Universitätslehrer. In: Hessenland. 44. 1933, S. 114-116.

2 Lebensbilder aus Kurhessen und Waldeck 1830-1930. Hrsg. von Ingeborg Schnack, Bd. 1-6, 1939-1958 (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Kurhessen und Waldeck. 20, 1-6).

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