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Öffentliche Vorträge mit anschließender Diskussion
... im Philippshaus
Universitätsstraße 30-32 in
Marburg
Dr. Manfred Jobst Johann Gottfried Herder: Ein Wegbereiter der deutschen Klassik Leben und Werk Herders (1744 - 1803) - Eine Einführung in sein Bild vom Menschen Ohne Johann Gottfried Herder sind der "Sturm und Drang" und die deutsche Klassik nicht denkbar. Manfred Jobst beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Werk und Person des Goethe-Freundes. Er wird dessen Entwicklung, sein Leben in Weimar darstellen und dann anhand seiner Hauptwerke, besonders der "Abhandlung über den Ursprung der Sprache", die Grundzüge des Herderschen Menschenbildes erläutern. Die Abhandlung beginnt mit dem provokant paradoxen Satz: "Schon als Tier hat der Mensch Sprache." Kein geringerer als Arnold Gehlen bescheinigt den Einsichten Herders auch nach fast 200 Jahren noch ungebrochene Aktualität. Mit der Gestalt Herders wird uns Jobst einen intimen und genauen Einblick in das Innenleben der Weimarer Klassik vermitteln. Donnerstag, 17. Juli, Beginn: 20:00 Uhr Philippshaus, Universitätsstraße 30-32, Marburg
Dr. Alexander
Chucholowski Ethik der Verantwortung -
Die Philosophie von Emmanuel Lévinas "Lévinas zählt zu den bedeutendsten und eigenständigsten Denkern des 20. Jahrhunderts" (Kröner-Lexikon Philosophie der Gegenwart). Der Lévinas-Übersetzer Alexander Chucholowski hat uns bereits in einem ersten Vortrag in das Frühwerk des Philosophen eingeführt. Nun wird er darstellen, wodurch sich die in dessen Hauptwerken beschriebene ethische Grundsituation des Menschen auszeichnet: Erst in der Wendung zum Anderen finden wir zum Bewusstsein unserer selbst. Lévinas ist ebenso wichtig wie schwierig. Chucholowski, einer der besten Kenner seiner Schriften, hat, wie wir aus seinem ersten Vortrag wissen, die Gabe, uns einfühlsam und verständlich an ihre uns alle betreffenden Gedanken heranzuführen. - Wer sich mit den ethischen Problemen der Gegenwart beschäftigen will, muss Lévinas kennen! Donnerstag, 14. August,
Beginn: 20:00 Uhr
Philippshaus, Universitätsstr. 30-32, Marburg
Dr. Friedhelm Decher Die Welt in unserem
Gehirn. Die neuesten Ergebnisse der Neurobiologie und Hirnforschung Wie ist es uns überhaupt
möglich, die Außenwelt zu erkennen? Wo liegen die Grenzen unserer Erkenntnis
und unseres Wissens? Dr. Friedhelm Decher wird die Resultate der sogenannten
Evolutionären Erkenntnistheorie darstellen, die sich mit diesen Fragen befasst.
Mit Bezug auf zahlreiche Ergebnisse moderner wissenschaftlicher Forschung kann
sie aufzeigen, dass es angeborene Erkenntnisstrukturen gibt, die sich im Laufe
der Evolution herausgebildet haben und uns damit das Überleben ermöglichten.
Decher wird auch besonders dem Problem nachgehen, ob es überhaupt noch Sinn
macht, von menschlicher Freiheit zu reden. Sind unsere Handlungen nur
Spiegelungen der neuronalen Prozesse unseres Gehirns? Oder kann sich die Philosophie
gegen den Angriff der Naturwissenschaften verteidigen und aufweisen, dass
Freiheit und Verantwortlichkeit keine leeren Begriffe sind? Donnerstag, 18. September,
Beginn: 20:00 Uhr Philippshaus, Universitätsstr. 30-32, Marburg
Dr. Elke Therre-Staal "Ich will
leben." Goethe und seine Krankheiten Johann Wolfgang Goethe war ein Trennungsgeschädigter. Schwere Erkrankungen, Befindlichkeitsstörungen und hypochondrische Ängste begleiten ihn sein Leben lang. Er selbst sprach von "Häutungen". Sein Werk ist diesen immer auch emotionalen Krisen abgerungen, was sich besonders deutlich beim Tode Schillers, seiner Ehefrau Christiane und des Sohnes Julius August Walther zeigt. Die Psychologie spricht von Psychosomatisierungen, Regression und Wiederherstellung eines neuen integrierten Lebensentwurfs, der "Wendung in Genialität". Dr. Elke Therre-Staal, Marburger Ärztin für Psychiatrie und Psychoanalytikerin, beschreibt in ihrem Vortrag das schwierige Leben eines hochsensiblen Menschen und hilft uns zu verstehen, welchen Bedingungen Literatur und Kunst ihre Entstehung verdanken. Donnerstag, 16. Oktober, Beginn: 20:00 Uhr
Philippshaus, Universitätsstr. 30-32, Marburg
Elka Hedwig Amor und Psyche. Ein Ausflug in die Welt der Antike unter dem Gesichtspunkt der weiblichen Entwicklung
Am berühmten Beispiel der Geschichte von Arme und Psyche nach dem Buch von Apuleius wird die Psychotherapeutin Elka Hedwig exemplarisch die Entwicklung der weiblichen Psyche in der Spätadoleszenz darstellen. Psyche muss viele gefährliche Abenteuer bestehen, bevor sie reif genug ist für eine wirkliche Beziehung. Obwohl das Buch fast 2000 Jahre alt ist, hat es nichts von seiner Aktualität verloren. Die Parallelen zu unseren Märchen sind verblüffend. Besonders aktuell sind die Bezüge zu weiblichen Schönheitsidealen. Es wird auch deutlich, dass die weibliche Entwicklung eng mit der männlichen verbunden ist und umgekehrt. Donnerstag, 13. November, Beginn: 20:00 Uhr
Philippshaus, Universitätsstr. 30-32, Marburg Matti Fischer Gertrud Kolmar, Nelly Sachs und Hilde Domin Einblick in Leben und Werk Matti Fischer, Schauspieler - und
Vikar - , wird Prosa und Lyrik dieser drei bedeutenden jüdischen Lyrikerinnen
vortragen und dabei auch über ihr Leben und Schicksal informieren. Gertrud
Kolmar, 1894 geboren, wurde am 2. März 1943 nach Auschwitz deportiert. Ihr
Todesdatum ist unbekannt. Nelly Eine gemeinsame Veranstaltung mit der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit. Donnerstag, 27. November, Beginn: 20:00 Uhr Philippshaus, Universitätsstraße 30-32, Marburg |